Papierlos … und dann kam der Steuerberater

Ich kenne beruflich zwei Bereiche, in denen das Papier tapfer verteidigt wird. Kanzleien und Steuerberater. Mich ereilte Letzteres.

So. Es wurde also wieder Zeit für die Einkommenssteuererklärung. Völlig unproblematisch konnte ich sämtliche Unterlagen digital meinem Steuerberater zur Verfügung stellen.

Das Tolle ist ja, dass das Finanzamt dies alles digital entgegen nimmt.

Die Verschwendung von Papier, Erzeugung von Plastikmüll ergab sich dann bei der Antwort durch den Steuerberater.

Ich weise also nochmal darauf hin: Ich WILL kein Papier. Ich bestehe darauf, dass alles digital passiert. Das weiß auch der Steuerberater. Aber wohl nur theoretisch.

Sammeln wir mal:

  • Ich habe das ganze fette Paket meiner Steuererklärung „zu meinen Akten“ in Papierform erhalten. Dutzende Seiten.
  • Die Steuererklärung war eingepackt in eine Plastikhülle. Vielleicht wollte man im Winter auf Nummer Sicher gehen?
  • Die einzelnen Abschnitte der Erklärung waren brav geklammert. Ich HASSE das. Dazu noch reguläre Klammern, die alle insgesamt nochmal zusammenfassten.
  • Und das war alles ergänzend nochmal gelocht und in einem Hefter zusammengefasst. Super Service 🙂
  • Dazu kam ebenso ein geklammertes mehrseitiges Anschreiben mit Checkliste, was ich für die Steuererklärung an Unterlagen sammeln sollte. Wichtig: Ich hab das ja schon alles gemacht 🙂 Warum also?
  • Obwohl es klar war, dass ich alles digital haben möchte, erhielt ich ein Anschreiben mit umfassender Erklärung, dass ich dem Steuerberater die Einverständnis gebe, mir die Erklärung künftig digital zu übermitteln. Rechnungen darf man übrigens im Geschäftsleben digital zur Verfügung stellen und der Empfänger kann dem widersprechen.
  • Selbstverständlich unterschreibe ich dann auch noch die Einverständnis auf Blatt Papier, dass meine Einkommenssteuer digital eingereicht werden darf 😉

Mich macht sowas wirklich stinkig. Was soll der Scheiss? 🙂

Ich plädiere in der modernen Zeit auf das vorrangige Recht der digitalen Bereitstellung von Dokumenten. Nur wenn ich dem widerspreche, erhalte ich es als Post. Dies bedingt natürlich eine rechtlich sichere Unterschrift.

Also. Mein Ergebnis für die digitale Einreichung der Steuererklärung:

  1. Ca. 50 grundlos bedruckte Seiten Papier (nicht Umweltpapier)
  2. Diverse Metalheftklammern
  3. Diverse Metalklammern
  4. Eine Plastikmappe
  5. Ein Hefter aus Plastik und Metall

Also, alles gescannt, direkt und sicher in die AMAGNO Business Cloud abgelegt. Und die Papierrechnung via Onlinescan überwiesen.

Jetzt bleibt nur noch, die analogen Unterschriften wieder per Papier zu versenden. Bis zum nächsten Mal 🙂

4 Kommentare zu „Papierlos … und dann kam der Steuerberater

  1. Es ist schon erschreckend im Bereich Social Media Marketing mit ansehen zu müssen, wie sehr uns die Bürokratie auch hier digitale Steine in den Weg legt. Wir haben zwar nun auf Datev Unternehmen online umgestellt, aber dennoch hole ich ständig meine Rechnungen mittels getmyinvoice aus ungewollten, angeblich sicheren Online Tresoren ab, aber wirklich rund ist das alles noch nicht. Zum Glück gibt es nun auch noch zusätzlich die Papierbons beim Bäcker & Co.!

    1. Ne, das ist alles noch nicht rund. Das ist ja auch unser Daily Business. Im Rahmen der CO2 Initiative der Regierung ist die Produktion von gesundheits- und umweltschädlichen Bons mit hoher CO2 Belastung nicht wirklich gut überlegt. Ich kann aber verstehen, dass man hier dem kleinen Betrug, der in Massen stattfindet, Herr werden möchte. So landet nach unserer Beobachtung vermutlich nur 50% der Bestellungen unseres frequentierten Asia Imbiss in der offiziellen Kasse; der Rest wird auf Papier daneben aufgeschrieben. Auch wenn wir das Essen schätzen – das ist klarer Betrug. Wir müssen uns als Unternehmen bei der Steuerbehörde für jeden Cent rechtfertigen. Also ist die Nachweispflicht soweit ok. Aber vielleicht hätten wir es „moderner“ gestalten können. Nicht nur, dass jetzt Unmengen manipulationsfreier Kassen gekauft werden müssen (quasi ein kleines Konjunkturprogramm). Hier könnte man überlegen, dass bei einer Verbuchung in der Kasse ein optisches Zeichen der Kasse für eine erfolgreiche Buchung angezeigt wird. Das zeigt mir als Kunde: Ok, alles sauber! Der Buchungssatz ist ja sicher; der unsinnige Bon als Bestätigung für den Kunden ist der Blödsinn; aber es gibt halt keine Alternative, wie eine solche optische Anzeige. Eine Idee wäre auch, dass bei einer bargeldlosen Zahlung direkt der Buchungssatz auf ein Handy übermittelt wird; was gem. DSGVO natürlich anonym erfolgen müsste. Es gibt viele Idee – alle sind besser als Papier.

      Mehr Infos zu dem Thema auch auf https://amagno.de/kassenbonausgabe-pflicht-statt-kuer/36668/

  2. Der Steuerberater ist offensichtlich nicht auf aktuellen Stand. Bei uns können Mandanten zu 100% digital ihre Steuererklärung abwickeln. Papier gibt es von uns nur, wenn der Mandant es wünscht und wir es ihn nicht ausreden können.

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