Das letzte Mal im Leben getankt.

Ein merkwürdiges Gefühl beschleicht einen, wenn man weiß, dass man das letzte Mal im Leben Sprit getankt hat, wie ich, heute Morgen. Diesen denkwürdigen Tag habe ich im Foto festgehalten. 

Ich werde kein Öko-Krieger sein oder werden. Fakt ist aber, dass unsere Welt durch viele Faktoren aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ok, die Natur wird das so oder so irgendwann regeln, aber die Menschheit muss ja nicht noch Öl in den Waldbrand kippen. Fakt ist auch, dass wir die natürlichen Ressourcen schneller verbrennen, als wir Alternativen schaffen. Atomenergie? Schöne Idee, aber gefährlich. Kohle, Öl und Gas letztendlich endlich. Natürlich müssen wir an vielen Stellen überlegen, wie wir umdenken. Die Automobilindustrie in Deutschland ist da, insbesondere in Anbetracht der letzten Jahre, kein Vorbild.

Was will ich hier eigentlich erzählen?

Ach ja, der Tesla kommt. Aber warum?

Nach über 15 Jahren Selbstständigkeit, darf es das erste Mal ein eigener Firmenwagen sein, den vorrangig ich fahre. Keine Sorge, die anderen Kollegen bekommen ja auch … aber jetzt geht’s erstmal um den Tesla.

Klar ist: ICH möchte persönlich und privat keinen Verbrenner mehr kaufen. Für mich liegt es klar auf der Hand, es ist totaler Blödsinn.

Was also tun? Autogas? Wasserstoff? Es gibt viele Konzepte, die im Endeffekt aber immer wieder auf das Selbe rauskommen. Mit irgendwas müssen wir aber mal anfangen, oder?

Geprägt hat mich final der Vortrag von Lars Tomsen zum Thema der Automobilindustrie.

Ich fange auch jetzt hier nicht mit dem Geschachere um die Statistiken der Ökobilanz zwischen irgendwelchen Verbrennern und Elektrofahrzeugen an. Lassen wir die blöde Ökobilanz mal weg, auch wenn ich am Anfang des Blogs meinen kleinen Ökoanfall hatte. Folgende Aspekte betrachte ich gerne bei meiner Entscheidung:

  • Explizit für seinen Zweck entwickelte Elektroautos, wie ein Tesla, haben ein Zehnfaches weniger an Teilen, die produziert werden und entsprechend weniger Ressourcen verschwenden. Natürlich betrifft das Arbeitsplätze. Es betrifft eine ganze Industrie, insbesondere in Deutschland. Daher predige ich schon seit Jahren, dass Deutschland einen komplett neuen Mittelstand braucht, um diese unvermeidlich auftreffende Lücke zu kompensieren.
  • Durch die wenigen Teile ist ein Elektroauto erheblich wartungsärmer. Ich erwarte, das ich quasi nicht die teuren Wartungen (Bremsen, Öl, Bremsflüssigkeit, Filter, etc) der Verbrenner durchleben werde. Die Bremsen werden zudem kaum genutzt, da …
  • selbst beim Bremsen Energie gewonnen wird. Was machen wir gerade mit dem Verbrenner? Wir verballern Bremsen, um die entstehende Energie zu reduzieren. Verdrehte Welt.
  • Ich werden das Auto Zuhause an der Steckdose haben, ja mit meinem Ökostromvertrag. Im normalen Berufsleben fahre ich nie wieder an eine klassische Tankstelle. Mein Auto ist immer voll, ich fahre los. Natürlich habe ich Supercharger, an denen ich lebenslang(!) kostenfreien Strom ziehen kann, unterwegs. Aber das ist im Realbetrieb durch die noch geringe Menge der Stromtanken etwas mutig. Man muss lange Fahrten besser planen.
  • Der Tesla ist hochautomatisiert. Das bedeutet, mein Auto fährt im Sommer gekühlt und im Winter gewärmt vor und parkt auch selbst ein. Große Teile der Autobahnstrecke lässt sich sehr bequem fast autonom absolvieren.

Es gibt noch viele Vorteile mehr … Nachteile auch, aber auf die habe ich hier derzeit keine Lust und die kommen sicher als Kommentar hier runter. Und wo wie gerade beim trollen sind ….

Tret mal aufs „Gas“

Meine Theorie ist ja folgende: Alle Nörgler und Stinker sind nie einen geilen E-Flitzer gefahren, sonst würden sie nicht so hartnäckig schimpfen. Das geniale an diesen Wagen ist nämlich schlicht der Fahrspaß. Suchen wir nicht danach auch unser Auto aus? Weil es einfach Spaß macht? Sorry, für alle Schrauber und Motorenfreaks: Es ist so geil, nicht mehr zu schalten und diese unfassbare Beschleunigung zu erleben. Und das bei dieser Ruhe. Wer auf Lärm, Schmutz, Dreck, Öl und Schmiere steht … Telsa is nix für euch, geb ich zu.

Apropos „Stinker“ … gestern bin ich an der Straße spazieren gegangen. Was für ein Gestank, was für ein Lärm. Die ganze Tankstelle, an der ich vorbei gekommen bin, roch nach Sprit. Man sieht auf einmal diese Dinge in einem anderen Licht.

Und das gilt auch für die Automobilindustrie.

Ich bin gestern beim Spaziergang bei meinem BMW Händler (der auch meinen Mini für sehr gutes Geld „pflegt“ … zukünftig „damals“, Bremsen, Öl, ihr wisst noch …) vorbei gegangen. Ich habe zwei Wochen(!) auf ein Angebot(!) für den i3 gewartet (neben mehreren Versuchen der Verkäufer, doch irgendwie nen Hybrid oder Verbrenner zu nehmen). Der durchaus interessante i3 kann technologisch einem Tesla bei weitem nicht das Wasser reichen. Ein Sinnbild, einer gesamten Industrie, den Tippingpoint verpasst zu haben. Jetzt gucke ich mir den ganzen Fuhrpark dort an. Die vielen Verbrenner. Und denke mir … man, da gibt’s aber bald viel zu recyceln.

So, jetzt dürft ich mich trollen … ich bilde mir meine nächste Meinung dann, wenn der Tesla endlich vor der Tür steht.

Ein Kommentar zu „Das letzte Mal im Leben getankt.

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